Nutzung
von GPRS
Der große Vorteil von GPRS ist, dass diese Technik paketbasiert arbeitet - d.h. die Leitungen werden nicht permanent blockiert, sondern nur dann, wenn auch tatsächlich Daten übertragen werden sollen. Daraus ergibt sich auch ein Vorteil: anstatt wie bisher nach Zeit zu bezahlen, zahlt man bei GPRS nur für die wirklich übertragene Datenmenge. Dies ist z.B. beim Surfen per WAP oder im Internet deutlich preiswerter ist als mit herkömmlichen Methoden. So wird meistens weniger als eine Sekunde benötigt um eine WAP Seite oder auch eine Internetseite zu laden, aber mehrere Sekunden vergehen um diese zu lesen, während in dieser Zwischenzeit andere die freien "Leitungen" nutzen können.
Im Folgenden werden nun einige wesentliche Punkte von GPRS aus der Sicht der Netzbetreibers näher erläutert; es wird erklärt wie GPRS das vorhandene Leitungsnetz nutzt und Telefon- und Informationsdaten administriert. Mit den bisherigen Verfahren wurde jedem Teilnehmer eine Leitung exklusiv zur Verfügung gestellt. Ob ein Datentransfer darauf stattfand oder nicht war bisher schlicht unerheblich.
Die Funkfrequenz, also die Leitung, war besetzt und konnte von anderen Teilnehmern nicht genutzt werden.
Diese Vorgehensweise ändert sich mit GPRS. Während eines normalen Telefonats oder einer Datenübertragung entstehen Sprech- oder Übertragungspausen, die genutzt werden um die Daten des nächsten Users zu übertragen. Der Teilnehmer hat somit keine „exklusive“ Leitung mehr, sondern teilt sich die Kapazität mit anderen. Erreicht wird das dadurch, dass GPRS keinen kontinuierlichen Datenstrom wie mit herkömmlichen Techniken mehr nutzt, sondern die Gesamtinformationen in kleine Informationseinheiten, die so genannten Datenpakete, zerlegt. Steht nun die Leitung wieder zur Verfügung oder es entsteht eine Pause, wird dieser Zeitschlitz genutzt und die Datenpakete, die ähnlich dem Internet Adress- und Herkunftsdaten enthalten, auf die Reise geschickt. Bei GPRS steht also nicht die Geschwindigkeit, sondern die Verfügbarkeit im Vordergrund. Wichtig ist nicht der Einzelne sondern das Gesamte. Durch dieses Verfahren können mit GPRS auch mehr Teilnehmer als bisher die Netzkapazitäten nutzen. Das heißt: während ein User wartet, verschickt der nächste Daten. Engpässe und Verbindungsabbrüche reduzieren sich so auf ein Minimum. GPRS verwendet bevorzugt kleinere Datenpakete, da sich mehrere davon in einem Zeitschlitz unterbringen lassen.
GPRS eignet sich somit auch für Micropaymentsysteme wie z.B. Bezahlen mit dem Handy oder andere Dienste, die teilweise schon heute vom Netzbetreiber umgesetzt wurden.
Als ein weiteres Beispiel sei hier WAP, das Wireless Application
Protocol, genannt.
Wichtig ist, dass auf Seiten der Netzbetreiber für GPRS keine neue oder zusätzliche Hardware in den Vermittlungsstellen notwendig wird. Es wird lediglich ein Update der Software vorgenommen. Das sollte eine schnelle und flächendeckende Verfügbarkeit von GPRS ermöglichen. Hardwareerweiterungen sind lediglich auf der Endgeräteseite nötig, die aber meist einen neuen Gerätekauf zur Folge haben.